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Frauen und Mädchen in Afghanistan brauchen mehr Schutz nicht weniger

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Der Nationalrat hat am 17. September einer Motion zugestimmt, welche die heutige Asylpraxis für Frauen und Mädchen aus Afghanistan wieder ändern will. Die seit 2023 geltende Praxis trägt der ausserordentlichen Situation Rechnung, in der Frauen und Mädchen unter der Herrschaft der Taliban leben.
 
Als Afghanistanhilfe erleben wir seit vielen Jahren, was es bedeutet, als Frau oder Mädchen in Afghanistan zu leben. Seit der Machtübernahme der Taliban wurden ihre Rechte immer weiter eingeschränkt. Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe sind für sie massiv begrenzt. Frauen werden aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens verdrängt und in ihrer persönlichen Freiheit fundamental eingeschränkt.
 
Vor diesem Hintergrund erfüllt uns der Entscheid des Nationalrats mit grosser Sorge. Dabei ist wichtig: Die heutige Praxis bedeutet keineswegs, dass jede afghanische Frau automatisch Asyl erhält. Jedes Gesuch wird weiterhin individuell geprüft. Die Praxis anerkennt jedoch eine Realität, die sich nicht wegdiskutieren lässt: Allein das Geschlecht kann für Frauen und Mädchen im heutigen Afghanistan Grund für schwerwiegende Verfolgung und Diskriminierung sein.
 
2024 hatte der Nationalrat einen Vorstoss mit demselben Anliegen noch knapp abgelehnt. Nun hat sich eine Mehrheit für eine Kehrtwende ausgesprochen.
Für uns ist schwer nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet beim Schutz afghanischer Frauen und Mädchen ein Rückschritt erfolgen soll. Die Bekämpfung von Missbrauch ist legitim. Sie darf aber nicht dazu führen, dass Menschen weniger Schutz erhalten, deren grundlegende Rechte systematisch eingeschränkt werden.
 
Wir hoffen deshalb, dass der Ständerat bei der weiteren Beratung die Situation der betroffenen Frauen und Mädchen ins Zentrum stellt.
 

 

Fünf Jahre Taliban-Herrschaft: Ein Land in Not

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Vor fünf Jahren übernahmen die radikalen Taliban in Afghanistan die Macht – und sie sind gekommen, um zu bleiben. Zwar herrscht heute in vielen Teilen des Landes eine gefühlt bessere Sicherheit im öffentlichen Raum, doch das erzählt nur die halbe Geschichte: Afghanistan versinkt in Armut, und die Frauen in der Dunkelheit.

Neue Regelungen der Taliban haben die Situation für Frauen und Mädchen 2026 weiter verschärft. Sie begünstigen Kinderehen und erschweren es Frauen und Mädchen, sich gegen Zwangsheirat zu wehren. Gleichzeitig wurden ihre Rechte in Strafverfahren beschnitten und ihre Bewegungsfreiheit weiter eingeschränkt. Die systematische Entrechtung von Frauen und Mädchen ist derart umfassend, dass internationale Organisationen die Situation als Verbrechen gegen die Menschlichkeit einstufen.

Hungerkrise spitzt sich zu

Auch die humanitäre Lage verschärft sich dramatisch. Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) der UNO nimmt die Hungerkrise in Afghanistan immer verheerendere Ausmasse an. Die Kürzung der Entwicklungshilfe durch zahlreiche Geberländer bedeutet, dass das WFP nur noch eines von neun unterernährten Kindern im Land unterstützen kann. Hunderte Kliniken mussten schliessen. 

Hinzu kommt eine weitere humanitäre Herausforderung: In den vergangenen drei Jahren sind rund sechs Millionen Afghaninnen und Afghanen aus den Nachbarländern nach Afghanistan zurückgekehrt – vielfach unter Zwang und ohne Perspektiven.

Wir können das Schicksal Afghanistans nicht allein verändern, aber die Afghanistanhilfe tut, was sie kann, um das Leben möglichst vieler Menschen ein Stück besser zu machen: mit einem besonderen Fokus auf die unterdrückten Frauen, mit Näh- und Schulprogrammen, mit Nothilfe sowie mit zahlreichen Gesundheitseinrichtungen, die weiterhin täglich Hunderte Menschen medizinisch versorgen.

Vielen Dank für Ihre treue Unterstützung und Ihre Spenden. 

Jetzt Afghanistan helfen und spenden

 

Sammeltage für die nächste Schmuckbörse

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Die Schmuckbörse findet erst im Frühling 2027 statt aber bereits jetzt freuen wir uns wieder übe ihren alle Schmuckspenden. 

Egal ob edel oder Kitsch, wir freuen uns über jedes gut erhaltene Schmuckstück, das Sie uns spenden. Sortiert und gepflegt wird alles an der Schmuckbörse zum Verkauf kommen. Der Erlös geht wieder vollumfänglich an ein Frauenprojekt der Afghanistanhilfe.

SCHMUCKSAMMELSTELLEN

  • Lieblings - Vordergasse 47, 8200 SH
  • Lindenblüte - Webergasse 12, 8200 SH
  • Ausserhalb der Sammeldaten: info@afghanistanhilfe.org

SCHMUCKSAMMELDATEN

17. - 19. September 2026

21. - 23. Januar 2027

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